Vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart

Während des Ersten Weltkriegs verlief die Front nahe des Hartmannweilerkopfes und des Sudelkopfes. Die deutsche Armee hatte in Thierenbach eine Batterie in Stellung gebracht, die von der französischen Artillerie im Dezember 1915, im Januar 1916 und im März 1918 unter Beschuss genommen wurde. Die Zivilbevölkerung musste im Januar 1916 evakuiert werden. Man brachte das Gnadenbild erst in Niederentzen, dann in Eichhoffen in Sicherheit. Nach dem Krieg kam es im Oktober 1919 wieder in die notdürftig reparierte Kirche von Thierenbach. Domherr Alfred Beyer veranlasste die Restaurierung des gesamten Baus und ließ1932 einen neuen Turm mit neobarocker Zwiebelhaube errichten.

Im Rahmen des Eucharistischen Weltkongresses in Straßburg fand am Montag, dem 22. Juli 1935, eine Krönung der Jungfrau Maria statt. Der apostolische Nuntius Monsignore Maglione vollzog die Zeremonie im Anschluss an ein Hochamt, das von Kardinal Verdier, dem Erzbischof von Paris, im Beisein von zwanzig Bischöfen und Bischofsäbten zelebriert wurde. Die Predigt hielt der Bischof von Metz. Am Nachmittag folgte eine Prozession bis nach Jungholtz und zurück. Ein feierlicher Segen unter dem Vorsitz des Abbés von Oelenberg beschloss diesen großen Tag. Im Jahr 1936 erhob Papst Pius XI. das Heiligtum von Thierenbach in den Rang einer kleinen Basilika.

Während des Zweiten Weltkriegs blieb Thierenbach trotz seiner Grenznähe von Zerstörungen verschont. Im Jahr 1946 erbaute man die Beichtkapelle und ab 1950 die neue Pilgergalerie, deren neogotischer Stil an den alten romanischen Kreuzgang des Klosters erinnern soll. Domherr Joseph Christen veranlasste einige Neuerungen im Geist des Zweiten Vaticanums,. Doch erst unter Leitung des amtierenden Rektors, Domherr Gérard Sifferlen, begann die vollständige Restaurierung der Basilika. Der Kunstmaler Louis Wiederkehr aus Soultz war hauptsächlich für die Restaurierung des Innenraums verantwortlich. Ihm ist der wiedererstandene geschmackvolle Barockcharakter der Malereien zu verdanken.

Auch im dritten Jahrtausend schreiten weiterhin Pilger über die Schwelle dieser Basilika, vas admirabile opus excelsi (= bewunderswertes Gefäß, Werk des Allmächtigen), um durch Maria Gott Dank zu sagen und die Mutter des Erlösers um Fürsprache bei ihrem Sohn zu bitten.

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