Gründung eines cluniazensischen Klosters

Nach einer Überlieferung aus dem Jahr 1125 wurde ein junger Mann aus Soultz, der aus der Familie des Landgrafen von Hassemberg oder aus dem Geschlecht Waldners von Freundstein stammte, von einer unheilbaren Krankheit befallen. In seiner Not legte er das Gelübde ab, im Falle seiner Genesung sein ganzes Vermögen der Jungfrau Maria zu schenken. Man brachte ihn nach Thierenbach, wo er tatsächlich wieder gesund wurde. Daraufhin stiftete er sein ganzes Vermögen für die Gründung eines Klosters, das sich der Marienverehrung widmen sollte. Er selbst pilgerte zur Abtei Cluny und trat in den Orden ein. Später überredete er den Abt Peter den Ehrwürdigen anlässlich einer Pastoralreise in die Region, einen Halt in Thierenbach einzulegen. Peter war vom Charme des Ortes und der Anziehungskraft der dortigen Marienverehrung so angetan, dass er sich entschied, ein Kloster zu gründen. Dank einer Schenkung des Grafen von Eguisheim Uldarich oder Ulrich und zahlreicher Gaben der Pilger konnten je ein Kloster für männliche und weibliche Ordensmitglieder sowie eine Kirche gebaut werden. Bertold von Neuchâtel, Bischof von Basel, in dessen pastorale Zuständigkeit die Region fiel, bestätigte 1130 die Klostergründung und unterstellte sie direkt der Abtei von Cluny. Als wirtschaftliche Grundlage erhielt das Kloster 1135 von der Stadt Soultz Ländereien und das Nutzungsrecht über 61 Morgen Wald. Im Kloster lebten nie mehr als zehn Mönche. Diese mussten als Zeichen ihrer Abhängigkeit jährlich einen Gold-Ecu an die Abtei Cluny zahlen; dafür erhielten die Bürger von Soultz das Recht, an den Gebeten und Messfeiern der Mönche teilzunehmen.

fermer la fenêtre